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Magazin · Mechanismus verstehen

Cortisol wird oft verteufelt, dabei weiß es nur nicht mehr, wann Schluss sein soll

Cortisol wird oft als Stresshormon verteufelt, dabei brauchst du es jeden Morgen, um wach zu werden. Das eigentliche Problem entsteht erst, wenn dein Körper es ausschüttet, obwohl gar keine akute Gefahr da ist, und zwar wieder und wieder.

Was Cortisol eigentlich tut

Cortisol wird in der Nebenniere gebildet und folgt normalerweise einem klaren Tagesrhythmus. Am Morgen steigt der Spiegel an und macht dich wach und leistungsfähig, im Laufe des Tages fällt er wieder ab. Abends ist der Wert niedrig genug, damit dein Körper in den Ruhemodus wechseln und sich regenerieren kann. Dieser Rhythmus ist keine Nebensache, er entscheidet mit darüber, wie gut du schläfst, wie belastbar dein Immunsystem ist und wie deine Verdauung arbeitet.

Was passiert, wenn der Sympathikus nicht mehr abschaltet

Der Sympathikus ist dein Stressnerv, gebaut für akute Situationen: die Präsentation, der Streit, die Gefahr. Danach soll der Gegenspieler, der Parasympathikus, wieder übernehmen. Bei Dauerbelastung im Job, ständigem Termindruck und fehlender Erholung bleibt der Sympathikus jedoch aktiv, auch abends, auch nachts. Dein Körper schüttet dann immer wieder Cortisol nach, obwohl dafür eigentlich kein Anlass mehr besteht. Muskeln und Faszien bleiben angespannt, Organe stehen unter Dauerdruck, echte Tiefenerholung im Schlaf bleibt aus.

Woran du das im Alltag merkst

Typische Anzeichen sind ein harter, gespannter Bauch, Rückenschmerzen ohne eindeutigen Befund, Erschöpfung trotz ausreichend Schlafzeit, und das Gefühl, nachts wach zu liegen, obwohl du todmüde bist. Viele dieser Beschwerden werden einzeln behandelt, mit Schmerzmitteln, mit Ernährungsumstellungen, mit Entspannungs-Apps. Solange der Sympathikus selbst nicht wieder lernt abzuschalten, kommen die Symptome meist zurück.

Wo die 360°-Methode ansetzt

Statt nur Symptome zu dämpfen, setzt die Sympathikustherapie an den Wirbelsegmenten an, die mit dem Stressnerv in Verbindung stehen, ergänzt durch gezielte Atemtechniken, die den Parasympathikus ansprechen sollen. Gleichzeitig können Liebscher & Bracht und die Viszeralbehandlung dazu beitragen, körperliche Spannungen zu lösen, die sich durch den Daueralarm aufgebaut haben. Beides zusammen kann deinem Nervensystem helfen, wieder zu lernen, wann Alarm sein darf und wann nicht.

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Wie Bauchraum, Zwerchfell und Beckenboden zusammenhängen

Beckenboden und Bauchraum werden oft getrennt betrachtet, dabei bilden sie gemeinsam mit dem Zwerchfell einen zusammenhängenden, beweglichen Raum. Was oben an Spannung entsteht, kann sich spürbar nach unten fortsetzen.

Ein zusammenhängender Raum, vom Zwerchfell bis zum Beckenboden

Das Zwerchfell bildet oben das bewegliche Dach des Bauchraums, der Beckenboden unten den ebenso beweglichen Boden. Dazwischen liegt ein zusammenhängender, flexibler Raum. Bewegt sich das Zwerchfell bei jedem Atemzug frei auf und ab, kann sich der Druck im Bauchraum gleichmäßig verteilen. Ist diese Beweglichkeit eingeschränkt, kann sich das auf den gesamten Raum darunter auswirken, bis hinunter zum Beckenboden. Das ist ein möglicher Zusammenhang unter mehreren, keine Diagnose für jede einzelne Situation.

Was bei Verspannungen und Verklebungen im Bauchraum passieren kann

Nach der russischen Viszeraltherapie, wie sie Prof. Alexander Ogulov beschrieben hat, können Verspannungen und Verklebungen im Bauchraum den natürlichen Bewegungsspielraum der Organe einschränken. Wo Gewebe weniger frei gleiten kann, kann sich Druck aufbauen und schwerer wieder abbauen, statt sich gleichmäßig zu verteilen. Dieser Druck wirkt nicht isoliert nach oben oder unten, sondern kann sich im gesamten Bauch- und Beckenraum bemerkbar machen.

Warum Husten, Niesen oder Lachen das spürbar machen können

Bei Husten, Niesen oder Lachen steigt der Druck im Bauchraum kurzzeitig stark an, das ist ein ganz normaler Körpervorgang. Ist im Bauchraum durch Verspannungen ohnehin schon erhöhter Grunddruck vorhanden, kann dieser zusätzliche, kurzzeitige Druck von oben auf ein System treffen, das weniger Ausgleichsspielraum hat. In solchen Momenten kann sich das bis zur Blase bemerkbar machen.

Eine Ergänzung, kein Ersatz für klassisches Beckenbodentraining

Begleitende manuelle Techniken am Bauchraum und Zwerchfell nach dem Ansatz von Prof. Ogulov können darauf abzielen, Spannungen zu lösen und dem Gewebe wieder mehr Bewegungsspielraum zu geben. Das versteht sich als Ergänzung zu bewährten Ansätzen wie gezieltem Beckenbodentraining, nicht als Ersatz dafür. In Kombination mit der Arbeit am Nervensystem, etwa über Sympathikustherapie und Atemtechniken, kann das dazu beitragen, den Grunddruck im Bauch- und Beckenraum insgesamt sanft zu senken. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung, insbesondere bei anhaltenden Beschwerden im Bereich der Blase oder des Beckenbodens gehört eine ärztliche Abklärung immer zuerst dazu.